August 2020

Die neue DIN EN 13791 „Bewertung der Druckfestigkeit von Beton in Bauwerken und Bauwerksteilen“, Fachtagung des VDB in Straßburg 2020, Report 23, Verband Deutscher Betoningenieure e. V., 2020

von Wolfgang Breit und Robert Adams, Kaiserslautern

Der Beitrag enthält eine Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte der neuen europäischen Norm, die im Februar 2020 erschienen ist.

DIN EN 13791 zur Bewertung der Druckfestigkeit von Beton in Bauwerken ist erstmals 2008 eingeführt worden und ersetzte damit nationale Regelungen, die in DIN 1048-2 beschrieben waren. Die Norm wurde im europäischen Gremium CEN/TC 104/SC 1/TG 11 „Assessment of in-situ compressive strength in structures and precast concrete products“ erarbeitet und für Deutschland im DIN Normenausschuss NA 005-07-05 AA „Prüfverfahren für Beton“, der von Prof. Breit geleitet wird, gespiegelt.

Für die Anwendung in Deutschland wurde DIN EN 13791:2008 bereits von Anbeginn um nationale Regelungen (NA) ergänzt, da in Deutschland etablierte und bewährte Verfahren nicht in DIN EN 13791:2008 enthalten waren. Mit DIN EN 13791/A20 wurde der nationale Anhang im Februar 2017 an den zwischenzeitlich gewachsenen Kenntnisstand angepasst. Dabei wurden u. a. die Bewertungsansätze geändert und die indirekte Bewertung mittels Q-Werten aufgenommen.

In einem längeren Prozess wurde die nene europäische Norm in den zurückliegenden Jahren überarbeitet und liegt mit Ausgabedatum Februar 2020 nunmehr in einer novellierten, vollständig überarbeiteten Form vor. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Bestimmung der charakteristischen Druckfestigkeit von Bauwerksbeton. Gegenüber den Vorgängernormen unterscheidet sich die Neufassung inhaltlich vor allem durch eine Präzisierung der Anwendungsfälle sowie eine deutlich stärkere Betonung der statistischen Grundlagen bei der Beschreibung der Vorgehensweise im jeweiligen Anwendungsfall und geänderte Bewertungsansätze. Darüber hinaus stellt die Norm mit Anhang A (informativ) eine umfangreiche Anleitung zur Durchführung einer Bauwerksuntersuchung zur Verfügung. Um dem Anwender der Norm weitere Informationen zu geben wurde ein Technischer Bericht „Weiterführende Anleitung zur Anwendung der EN 13791:2019 und Hintergrund zu den Regelungen“ von den Mitgliedern der TG 11 verfasst, der in englischer Sprache als prCEN/TR 17086 (Entwurfsfassung 2019-09) veröffentlicht wurde.

Parallel zu den europäischen Normen wird es „Nationale Anwendungsregeln“ zur DIN EN 13791 geben, die momentan vorbereitet werden. Bezüglich der Anwendung der DIN EN 13791 wird auf die MVV-TB verwiesen.

Juli 2020

Überarbeitung der DVGW-Arbeitsblätter
W 300-3 und W 300-4

Nach Veröffentlichung der grundsätzlich neu überarbeiteten und strukturierten DVGW-Arbeitsblätter W 300 Teile 1 bis 5 im Jahr 2014 steht nun die Revision der Arbeitsblätter an. DVGW-Arbeitsblatt W 300-5, in dem die Anforderungen an die Bauprodukte formuliert sind, wurde bereits Mitte 2020 aufgrund des EuGH Urteils auf die sogenannten „Bauwerksanforderungen“ umgestellt und liegt im Gelbdruck vor. Mit Veröffentlichung ist noch in 2020 zu rechnen.

Die Bauwerksanforderungen an Trinkwasserbehälter und die Instandsetzungsprinzipien werden im Rahmen der Überarbeitung des DVGW-Arbeitsblattes W 300-3 und W 300-4 neu definiert. Hier werden die neu gewonnenen Erkenntnisse von DVGW geförderten Forschungsvorhaben einfließen, die an der Technischen Universität Kaiserslautern im Fachgebiet Werkstoffe im Bauwesen unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Breit und Frau Melanie Merkel, M. Eng. durchgeführt wurden.

In den Regelwerk setzenden Gremien des DIN/DVGW-Gemeinschaftsausschuss NA 119-07-06 AA „Wasserspeicherung“ haben Herr Breit und Frau Merkel die Obmannschaft der Projektkreise zur Überarbeitung der DVGW-Arbeitsblätter W 300-3 und W 300-4 übernommen.